Über mich und B1-Syrer.de — Eine persönliche Geschichte
Mein Name ist Fadi Alhalawani (فادي الحلواني), ich komme aus Al-Hasaka in Syrien und lebe heute in Wuppertal, Nordrhein-Westfalen. B1-Syrer.de ist mein Versuch, anderen syrischen und arabischen Lernenden den Weg zur deutschen Sprachprüfung B1 so einfach und menschlich wie möglich zu machen. Auf dieser Seite erfährst du, wer ich bin, warum ich diese Plattform aufgebaut habe und wie sie funktioniert — damit du mit gutem Gewissen entscheiden kannst, ob ich der richtige Begleiter für deinen Weg bin.
🇸🇾 Mein Weg von Al-Hasaka nach Wuppertal
Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der Bildung als der wichtigste Schatz galt. Mein Vater war Lehrer, meine Mutter Hausfrau, und meine drei Geschwister und ich haben gelernt, dass Wissen die einzige Sache ist, die einem niemand wegnehmen kann. Als der Krieg in Syrien 2011 begann, hat sich unser Leben Stück für Stück verändert. Schulen wurden geschlossen, Universitäten wurden zu unsicheren Orten, und 2015 musste ich — wie so viele andere — die Entscheidung treffen, mein Land zu verlassen.
Die Reise nach Deutschland war lang und nicht leicht, und ich verzichte hier auf Dramatik, denn jeder Syrer hat seine eigene Geschichte. Wichtig ist: Im Spätsommer 2015 stand ich vor der Aufnahmestelle in Nordrhein-Westfalen, in einem Land, dessen Sprache ich nicht beherrschte, dessen Bürokratie ich nicht verstand und dessen Klima mich überraschte. Mein erstes deutsches Wort, das ich wirklich verstand, war übrigens „Termin" — und ich glaube, jeder, der hierher kommt, lernt dieses Wort als erstes.
📚 Wie ich Deutsch gelernt habe — der schwere Anfang
Mein erster Integrationskurs begann drei Monate nach meiner Ankunft. Ich war 23 Jahre alt, habe in Syrien Wirtschaftswissenschaften studiert (allerdings nicht abgeschlossen, weil die Universität in Aleppo zerstört wurde), und ich dachte naiv: „Ich bin gut in Sprachen, das schaffe ich in sechs Monaten." Es hat zwei Jahre gedauert.
Warum so lange? Weil mir niemand gesagt hat, dass Deutsch nicht wie Englisch funktioniert. Niemand hat mir die vier Fälle auf eine Weise erklärt, die ich verstehe. Niemand hat mir gezeigt, dass die deutsche Wortstellung in Sätzen nach „weil" und „dass" anders ist. Ich habe Lehrbücher gelesen, die für deutsche Muttersprachler geschrieben waren, die Arabisch lernen — und nicht umgekehrt. Ich habe zwei Mal die telc B1-Prüfung nicht bestanden — einmal bei Sprachbausteinen (Grammatik), einmal beim Schreiben.
Die dritte Prüfung habe ich 2017 mit 87 % bestanden. Was hat sich geändert? Ich habe aufgehört, das Lehrbuch durchzuarbeiten, und angefangen, mir die deutsche Grammatik aus arabischer Perspektive zu erklären. Ich habe verstanden: Wenn ich auf Arabisch über meinen Bruder spreche (أخي), benutze ich ein possessives Suffix — auf Deutsch brauche ich „mein" und das deklinierte Substantiv. Das klingt banal, aber wenn man es nie so erklärt bekommen hat, weiß man nicht, wo der eigentliche Fehler liegt.
🎓 Warum ich Lehrer geworden bin
Nach meiner B1-Prüfung habe ich angefangen, Deutsch für Geflüchtete in einer ehrenamtlichen Initiative in Wuppertal zu unterrichten. Anfangs ganz informell — Donnerstagabend im Gemeindezentrum, mit Kaffee und Tee. Schnell habe ich gemerkt, dass die Lernenden zwei Dinge brauchen, die in den meisten Sprachkursen fehlen:
- Erklärungen in ihrer Muttersprache für die schwierigen Stellen.
- Realistische Beispiele, die in ihrem Alltag in Deutschland tatsächlich vorkommen — beim Jobcenter, beim Arzt, in der Schule der Kinder.
Ein Lehrbuch erklärt dir die Vergangenheit auf Deutsch mit dem Beispiel „Ich habe Tennis gespielt." Aber ein syrischer Lernender will eher sagen: „Ich habe einen Termin bei der Ausländerbehörde verpasst, weil mein Kind krank wurde." Beide Sätze nutzen das Perfekt, aber nur einer ist relevant.
💡 Die Idee zu B1-Syrer.de
Die Idee zu dieser Plattform entstand aus reiner Frustration. Im Frühjahr 2023 habe ich gemerkt, dass ich denselben Grammatik-Erklärungen für 30, 40, 50 Schüler immer wieder die gleichen Antworten gebe. Auf WhatsApp, in Sprachnachrichten, in zerkratzten Notizbüchern. Ich habe gedacht: „Das muss sich speichern lassen, damit ich es nicht jedes Mal von vorne erklären muss."
Im April 2024 habe ich angefangen, Inhalte in eine einfache Webseite zu schreiben. Erst nur 20 Grammatik-Erklärungen. Dann 50 Vokabellisten. Dann Modelltests. Im Sommer 2024 habe ich eine progressive Web-App daraus gemacht. Im Winter 2024/2025 kam die Android-Anwendung mit Push-Benachrichtigungen. Heute, im April 2026, sind über 500 Wörter, 50 Grammatik-Lektionen, 11 Modelltests und 310 Einbürgerungstest-Fragen auf der Plattform — und das wächst jede Woche.
🤝 Was diese Plattform anders macht
Es gibt Dutzende von B1-Apps und Websites auf dem Markt — Duolingo, Babbel, Goethe, ÖSD, DeutschAkademie. Warum also B1-Syrer.de? Drei Gründe:
1. Arabisch als Hilfssprache, nicht als Ersatz
Viele Apps übersetzen einfach jedes Wort ins Arabische — das hilft Anfängern, schadet aber Fortgeschrittenen, weil sie nie lernen, auf Deutsch zu denken. Bei mir ist Arabisch nur dort, wo es schwierig wird: bei den vier Fällen, bei den trennbaren Verben, bei den Konjunktionen. Sobald du das Konzept verstanden hast, geht es in deutscher Sprache weiter — denn das ist die Sprache, in der du am Ende geprüft wirst.
2. Inhalte aus eigener Lehrpraxis, nicht aus dem Lehrbuch
Jedes Beispiel auf B1-Syrer.de ist entweder:
- von mir persönlich geschrieben (basierend auf realen Schüler-Fehlern, die ich gesehen habe),
- oder aus offiziellen Prüfungs-Modellen (telc, Goethe, DTZ) extrahiert,
- oder von der KI (GPT-4o-mini) generiert und danach von mir manuell überprüft und korrigiert.
Ich verwende KI als Werkzeug, aber ich publiziere niemals ungeprüfte KI-Inhalte. Wenn du auf B1-Syrer.de einen Tippfehler oder einen Sachfehler findest, schreib mir — ich korrigiere innerhalb von 24 Stunden.
3. Persönliche Erreichbarkeit
Jeder Nutzer von B1-Syrer.de kann mir direkt schreiben — per E-Mail, per Telegram oder über das Kontaktformular auf der Plattform. Ich beantworte alle Fragen persönlich, in der Regel innerhalb von 24 Stunden. Für 7 € kannst du ein 45-Minuten-Gespräch mit mir buchen, das du natürlich auch auf Arabisch führen darfst. Bei großen Sprachschulen sitzt du am Ende immer einer:m fremden Lehrer:in gegenüber — bei mir kennst du mich schon, bevor du mich triffst.
📊 Zahlen und Fakten
| Kennzahl | Stand April 2026 |
|---|---|
| Gesamtzahl aktiver Nutzer | über 4.200 |
| Davon aus Deutschland | ≈ 78 % |
| Andere Länder (Türkei, Schweden, Niederlande) | ≈ 22 % |
| Lektionen / Grammatikseiten | 50+ |
| Vokabelkarten | 500+ |
| Modelltests (telc / DTZ / Goethe) | 11 |
| Einbürgerungstest-Fragen | 310 |
| Durchschnittliche Erfolgsquote der Nutzer in B1 | ≈ 89 % (eigene Erhebung 2025) |
| Persönlich erteilte Einzelstunden | über 600 |
🛠️ Wie B1-Syrer.de technisch funktioniert
Falls dich die Technik interessiert (du musst das nicht wissen, um die Plattform zu nutzen): Die Website ist mit reinem HTML, CSS und JavaScript gebaut und läuft auf Cloudflare Pages. Die Android-App ist mit Flutter (von Google) geschrieben. Push-Benachrichtigungen werden über Firebase Cloud Messaging versendet. Zahlungen laufen über Stripe und PayPal. KI-gestützte Funktionen (z. B. Sprechen-Voices, AI-Grammatik) nutzen die API von OpenAI. Alle Daten werden in der EU gehostet (Cloudflare Frankfurt, Firebase europe-west1).
Der Source-Code ist nicht open source, aber ich bin offen für Fragen zur Architektur — schreib mir, falls du selbst eine ähnliche Plattform aufbauen willst und Hilfe brauchst. Ich glaube nicht an Konkurrenz: Je mehr gute Bildungsangebote es für arabischsprachige Lernende gibt, desto besser.
💌 Was du jetzt tun kannst
Wenn du B1-Syrer.de noch nicht ausprobiert hast — fang einfach an. Du brauchst keine Registrierung, keine Kreditkarte, keine Anmeldung. Klick auf 📱 die App, mach den 🧪 Einstufungstest (15 Fragen, 7 Minuten) und schau, ob du dich wiederfindest. Wenn ja: super. Wenn nicht: schreib mir, was dir gefehlt hat, und ich bessere nach.
Wenn du B1-Syrer.de schon nutzt und etwas fehlt: schreib mir trotzdem. Die Plattform wächst durch eure Rückmeldungen. Ich bekomme jeden Tag E-Mails von Lernenden — manche danken, manche kritisieren, manche schlagen neue Themen vor. Alle drei sind willkommen.