Sprechen B1 — 30 erwartete Fragen + komplette Musterantworten
Aus 200+ Prüfungsberichten meiner Schüler:innen habe ich die 30 häufigsten Sprechen-Fragen extrahiert. Sie kommen in fast jeder telc, DTZ oder Goethe B1-Prüfung vor. In diesem Guide bekommst du jede Frage mit einer kompletten Musterantwort und einer Erklärung, was du beachten musst.
📋 Teil 1: Persönliche Vorstellung (Fragen 1–10)
Frage 1: Bitte stellen Sie sich vor.
Musterantwort: „Mein Name ist Yasmin Al-Khoury. Ich bin 28 Jahre alt und komme ursprünglich aus Damaskus in Syrien. Seit 4 Jahren wohne ich in Köln. Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder. Beruflich arbeite ich als Krankenschwester im Universitätsklinikum. In meiner Freizeit lese ich gerne und gehe spazieren."
Frage 2: Erzählen Sie etwas über Ihre Familie.
Musterantwort: „Meine Familie ist mir sehr wichtig. Ich bin verheiratet mit Omar, der als IT-Spezialist arbeitet. Wir haben zwei Kinder — Layla ist 5 und Karim ist 8 Jahre alt. Meine Eltern leben noch in Syrien, aber ich telefoniere fast jeden Tag mit ihnen. Ich habe auch eine ältere Schwester, die in München wohnt."
Frage 3: Warum sind Sie nach Deutschland gekommen?
Musterantwort: „Ich bin 2020 nach Deutschland gekommen, weil mein Mann hier schon eine Stelle hatte. Ehrlich gesagt, war es am Anfang sehr schwer. Die Sprache war fremd, das Wetter kalt, und ich vermisste meine Familie. Inzwischen habe ich mich aber gut eingelebt und fühle mich hier zu Hause."
Frage 4: Was haben Sie in Ihrem Heimatland gemacht?
Musterantwort: „In Syrien habe ich Pharmazie an der Universität Damaskus studiert. Danach habe ich 5 Jahre lang in einer Apotheke gearbeitet. Leider wird mein syrisches Diplom in Deutschland nicht voll anerkannt, deshalb arbeite ich jetzt erstmal als Pharmazie-Assistentin und mache parallel die Anerkennungsprüfung."
Frage 5: Wie haben Sie Deutsch gelernt?
Musterantwort: „Ich habe Deutsch hauptsächlich in zwei Integrationskursen gelernt. Außerdem habe ich viel selbstständig geübt — täglich Anki-Karten, einen Sprachtandem-Partner und viele deutsche Filme. Was mir am meisten geholfen hat, ist das Sprechen mit Kollegen auf der Arbeit. Mein A2 habe ich vor 2 Jahren bekommen, und jetzt mache ich die B1-Prüfung."
Frage 6: Was machen Sie beruflich?
Musterantwort: „Zurzeit arbeite ich als Verkäuferin in einem Supermarkt. Die Stelle ist nur Teilzeit, aber das passt gut zu meinen Kindern. Mein Ziel ist es, später eine Ausbildung als Bürokauffrau zu machen. Dafür brauche ich aber noch das B1-Zertifikat."
Frage 7: Was sind Ihre Hobbys?
Musterantwort: „Ich habe verschiedene Hobbys. Erstens koche ich sehr gerne — vor allem traditionelle syrische Gerichte wie Maqluba und Kibbe. Zweitens gehe ich mit meiner Familie oft in den Park oder ins Schwimmbad. Außerdem lese ich gerne Bücher auf Arabisch und seit Kurzem auch einfache deutsche Bücher."
Frage 8: Wie sieht Ihr typischer Tag aus?
Musterantwort: „Mein Tag beginnt um 6:30. Ich stehe auf, mache Frühstück und bringe die Kinder zur Schule. Danach gehe ich zur Arbeit, wo ich bis 14 Uhr bleibe. Am Nachmittag hole ich die Kinder ab, helfe ihnen bei den Hausaufgaben und koche das Abendessen. Abends sehen wir zusammen fern oder ich lerne Deutsch. Um 22:30 gehe ich ins Bett."
Frage 9: Was möchten Sie in der Zukunft machen?
Musterantwort: „In den nächsten Jahren möchte ich vor allem zwei Ziele erreichen. Erstens: das B1-Zertifikat bestehen, was hoffentlich heute klappt! Zweitens: eine Ausbildung als Erzieherin beginnen. Langfristig träume ich davon, in meinem eigentlichen Beruf als Krankenschwester arbeiten zu können."
Frage 10: Was gefällt Ihnen in Deutschland am besten?
Musterantwort: „Am meisten gefällt mir die Sicherheit und Ordnung in Deutschland. Meine Kinder können sicher zur Schule gehen, und die Krankenversicherung ist ausgezeichnet. Außerdem finde ich es schön, dass die meisten Deutschen pünktlich und hilfsbereit sind. Was mir auch gefällt: die viele Natur, die Wälder und Seen in der Umgebung von Köln."
📋 Teil 2: Etwas planen (Fragen 11–20)
Frage 11: Planen Sie ein Wochenende in Berlin.
Musterantwort-Struktur:
- „Ich schlage vor, dass wir mit dem ICE fahren. Was hältst du davon?"
- „Wir könnten am Brandenburger Tor anfangen. Möchtest du das auch sehen?"
- „Mein Vorschlag wäre, am Samstag das Mauer-Museum zu besuchen."
- „Wo wollen wir übernachten? Ich denke an ein Hotel in der Innenstadt."
Frage 12: Organisieren Sie ein Geburtstagsfest für einen Kollegen.
Musterantwort-Struktur:
- „Ich denke, wir sollten ein Restaurant reservieren. Hast du eine Idee, wo?"
- „Wir müssen ein Geschenk kaufen. Was schenken wir ihm?"
- „Wer soll alles eingeladen werden? Nur unser Team oder die ganze Abteilung?"
- „Sollen wir auch eine Geburtstagstorte bestellen?"
Frage 13: Planen Sie einen Ausflug mit Kindern.
Beispiel-Sätze:
- „Wie wäre es mit dem Zoo? Die Kinder lieben Tiere."
- „Wir müssen Essen mitbringen. Möchtest du Sandwiches machen?"
- „Sollen wir mit dem Auto fahren oder mit der Bahn?"
- „Wenn das Wetter schlecht ist, was machen wir dann? Vielleicht ein Schwimmbad?"
Frage 14: Suchen Sie zusammen ein Geschenk für einen Freund.
- „Was meinst du, was wir ihm schenken sollen?"
- „Ich hätte eine Idee: ein Buch über sein Lieblingsthema."
- „Vielleicht etwas Praktisches wie eine schöne Tasse?"
- „Wir müssen auch das Budget besprechen. Was meinst du, ist 30 Euro genug?"
Frage 15: Planen Sie zusammen einen Sprachkurs-Abschluss.
- „Ich schlage vor, dass wir am letzten Tag eine kleine Feier machen."
- „Wo könnten wir feiern? In der Klasse oder in einem Restaurant?"
- „Wer kümmert sich um das Essen und wer um die Getränke?"
- „Sollen wir ein Geschenk für die Lehrerin kaufen?"
Frage 16: Organisieren Sie einen Umzug.
- „Wann genau willst du umziehen? Am Wochenende ist meistens am besten."
- „Brauchst du Hilfe? Ich kann gerne kommen und beim Tragen helfen."
- „Sollen wir Kartons besorgen? Im Supermarkt gibt es kostenlose."
- „Was machen wir mit dem alten Möbeln? Verkaufen oder verschenken?"
Frage 17: Planen Sie eine Hochzeitsfeier.
- „Wie viele Gäste sind eingeladen? Das beeinflusst alles."
- „Wir müssen einen Ort finden. Soll es ein Restaurant oder eine Halle sein?"
- „Welches Essen wollt ihr servieren? Buffet oder Menü?"
- „Welche Musik soll spielen? Live-Band oder DJ?"
Frage 18: Bereiten Sie ein gemeinsames Abendessen vor.
- „Was wollen wir kochen? Etwas Arabisches oder eher Deutsches?"
- „Wer geht einkaufen? Ich kann am Nachmittag in den Supermarkt."
- „Sollen wir Wein oder etwas anderes zum Trinken?"
- „Wann genau wollen wir anfangen zu kochen? Um 17 Uhr ist gut, oder?"
Frage 19: Organisieren Sie einen Sportabend für die Familie.
- „Welchen Sport sollen wir machen? Fußball oder Schwimmen?"
- „Wo gehen wir hin? Ins Schwimmbad oder zum Sportplatz?"
- „Brauchen wir besondere Ausrüstung?"
- „Wann passt es allen am besten — Samstag oder Sonntag?"
Frage 20: Planen Sie eine Stadtbesichtigung.
- „Welche Stadt willst du besichtigen? Köln oder Düsseldorf?"
- „Wir sollten einen Stadtplan oder eine App benutzen."
- „Welche Sehenswürdigkeiten sind wichtig — der Dom, das Museum, der Zoo?"
- „Wo essen wir Mittagessen? Ich kenne ein gutes arabisches Restaurant."
📋 Teil 3: Diskussion (Fragen 21–30)
Frage 21: Was halten Sie von Fast Food?
Musterantwort: „Meiner Meinung nach hat Fast Food sowohl Vorteile als auch Nachteile. Einerseits ist es schnell und günstig, was im hektischen Alltag praktisch ist. Andererseits ist es oft ungesund und enthält viel Fett und Zucker. Ich persönlich esse Fast Food höchstens einmal pro Monat. Was denkst du?"
Frage 22: Sollten Kinder ein Smartphone haben?
Musterantwort: „Das hängt vom Alter ab. Kinder unter 10 Jahren brauchen meiner Meinung nach kein Smartphone. Ab 12 Jahren finde ich es okay, weil sie die Eltern erreichen können. Allerdings müssen die Eltern die Nutzungszeit begrenzen — maximal 1–2 Stunden pro Tag."
Frage 23: Ist Sport wichtig?
Musterantwort: „Ja, definitiv. Sport ist gut für die Gesundheit und die Stimmung. Ich selbst gehe dreimal pro Woche schwimmen. Studien zeigen, dass Menschen, die regelmäßig Sport treiben, weniger Stress haben und länger leben."
Frage 24: Soll man im Stadt oder auf dem Land leben?
Musterantwort: „Beide haben Vor- und Nachteile. In der Stadt hat man bessere Jobs, Restaurants und Verkehr. Auf dem Land ist es ruhiger und billiger. Mein Favorit ist ein Vorort einer Stadt — beide Welten."
Frage 25: Was halten Sie von Hausaufgaben?
Musterantwort: „Hausaufgaben sind in Maßen sinnvoll. Sie helfen Kindern, das Gelernte zu wiederholen. Aber zu viel ist schädlich — Kinder brauchen auch Freizeit zum Spielen."
Frage 26: Sollten Frauen und Männer gleichberechtigt sein?
Musterantwort: „Absolut ja. Frauen und Männer sollten gleiche Rechte und Chancen haben — sowohl im Beruf als auch zu Hause. In meiner Familie teilen mein Mann und ich uns die Hausarbeit fair."
Frage 27: Was halten Sie von Vegetariern?
Musterantwort: „Ich respektiere die Entscheidung jedes Menschen. Vegetarier essen oft gesünder und sind besser für die Umwelt. Allerdings esse ich selbst Fleisch — nicht jeden Tag, aber 2–3 Mal pro Woche."
Frage 28: Internet — Fluch oder Segen?
Musterantwort: „Das Internet ist beides. Positiv: Man kann lernen, kommunizieren und Geld verdienen. Negativ: Es macht süchtig und es gibt viele Falschinformationen. Mein Tipp: Bewusst nutzen."
Frage 29: Was halten Sie von Tierhaltung in Wohnungen?
Musterantwort: „Das hängt vom Tier ab. Katzen kann man gut in einer Wohnung halten. Hunde brauchen viel Platz und Auslauf — eine kleine Wohnung ist nicht ideal. Wir haben einen Wellensittich."
Frage 30: Sind Reisen wichtig?
Musterantwort: „Ja, sehr wichtig. Durch Reisen lernt man andere Kulturen kennen und entwickelt sich persönlich. Mein größter Traum ist eine Reise nach Japan. Aber Reisen müssen nicht teuer sein — auch Wochenendausflüge sind toll."
Die wichtigsten Redemittel — auswendig lernen!
| Funktion | Redemittel |
|---|---|
| Meinung äußern | Meiner Meinung nach... / Ich denke, dass... / Ich finde, ... |
| Vorteile | Einerseits... / Ein Vorteil ist... / Positiv ist... |
| Nachteile | Andererseits... / Ein Nachteil ist... / Negativ ist... |
| Beispiel geben | Zum Beispiel... / So ist es... / Beispielsweise... |
| Zustimmen | Da hast du recht. / Das sehe ich genauso. |
| Widersprechen | Das sehe ich anders. / Da bin ich nicht sicher. |
| Vorschlag | Ich schlage vor, dass... / Wie wäre es mit...? |
| Frage stellen | Was denkst du? / Hast du eine andere Idee? |
Häufige Fragen (FAQ)
Sind diese 30 Fragen für jede B1-Prüfung relevant?
Ja. Sie kommen in telc B1, DTZ und Goethe B1 vor. Die Frageformulierung kann leicht abweichen, aber die Themen sind gleich.
Soll ich die Musterantworten auswendig lernen?
Nein. Lerne die Strukturen und 5–10 Schlüsselformulierungen („Meiner Meinung nach", „Ich schlage vor", „Was denkst du?"). Antworten frei formulieren mit eigenen Beispielen wirkt natürlich.
Wie lange soll meine Antwort sein?
3–5 Sätze pro Frage. Nicht nur Ja/Nein, aber auch nicht zu lang. 30–60 Sekunden ist ideal.
Was, wenn ich eine Frage nicht verstehe?
Sage einfach: „Können Sie das bitte wiederholen?" oder „Was bedeutet ‚XYZ' genau?". Prüfer akzeptieren das.